LUDWIG-ERHARD-STIFTUNG E.V.

Für Freiheit und Verantwortung

Altbundeskanzler Ludwig Erhard gründete 1967 die Stiftung und gab ihr die Aufgabe, freiheitliche Grundsätze in Politik und Wirtschaft zu fördern und die Soziale Marktwirtschaft in seinem Sinne zu stärken. Ziel ist eine freiheitliche Ordnung zur Sicherung menschenwürdiger Lebensformen.

Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie ist unabhängig von Parteien und Verbänden.

Was würde Ludwig Erhard dazu sagen?

Rente mit 63, Mütterrente, Mindestlohn, Mietpreisbremse: Im Namen der sozialen Gerechtigkeit bringt die Bundesregierung ein Großprojekt nach dem anderen auf den Weg.
Roland Tichy

Fleißig ist sie schon, die Große Koalition. In Rekordzeit bringt sie im Namen der sozialen Gerechtigkeit ein Großprojekt nach dem nächsten auf den Weg. Sie hat das Mütter- und Frühverrentungsgesetz verabschiedet, Mindestlöhne eingeführt, die Reform des Energiereformgesetzes reformiert, und im Herbst soll die Mietpreisbremse folgen. Widerstand gegen diese die Regeln der Marktwirtschaft außer Kraft setzenden Maßnahmen regt sich im Bundestag kaum – die ohnehin schwachbrüstige Opposition will ja auch nichts grundsätzlich anderes, sondern mehr von demselben: höhere Mindestlöhne, höhere Renten für mehr Begünstigte, rüderes Vorgehen gegen Hauseigentümer.

Und dabei fällt auf: So, wie sich alle im Bundestag vertretenen Parteien letztlich gemeinsam hinter diese Projekte stellen, so berufen sich immer wieder alle quer durch alle Lager auf Ludwig Erhard – seine eigene Partei, die CDU, übrigens noch am vorsichtigsten. Sie wird schon wissen, warum. Bei der Linken ist Sahra Wagenknecht bemüht, sich als Schülerin des großen Wirtschaftsmeisters zu inszenieren. Sigmar Gabriel von der SPD hält Erhard-Gedächtnisreden. Nun ist es ja bekanntlich eine zweischneidige Sache damit, Vorbilder öffentlich aufs Podest zu hieven – denn kein Podest ist hoch genug, dass nicht Tauben das schöne Denkmal mit ihrer Hinterlassenschaft beflecken. Ebenso wenig vermag sich ein wissenschaftlicher Denker und Politiker wie Ludwig Erhard posthum gegen den Unsinn zu wehren, der über ihn verbreitet wird.

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Ludwig Erhard

Freiheit, die ich meine

Vordergründig gesehen lassen sich viele Gründe anführen, die angesichts der geistig nicht mehr einzufangenden und alle Daseinsformen erfassenden Entwicklung immer stärkere Zweifel zu rechtfertigen scheinen, ob die Freiheit überhaupt noch bestehen kann oder ob dieser Wert nicht schon verspielt ist. Bestenfalls – so hört man – ließe sich das Prinzip noch durch eine behördliche Rationierung retten, die den Bürgern und ihren Gruppen das jeweils statthafte Maß an Freiheit zuweist. Die schon mit einer Beschränkung der individuellen Freiheit verbundene staatlich manipulierte Ordnung macht in der Regel immer weitere und erweiterte Eingriffe in das sozialökonomische Geschehen erforderlich, die mit neuen Verlusten an Freiheit zu bezahlen sind. Ich predige kein “Hand in den Schoß legen”, wenn ich beklage, dass wir offenbar nicht mehr die Nerven haben, Prozesse ablaufen zu lassen oder auf selbstheilende Kräfte zu vertrauen. Viele fordern vielmehr Aktionen, weil sich nur mit ihnen Ruhm ernten lässt. weiterlesen

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