LUDWIG-ERHARD-STIFTUNG E.V.

Für Freiheit und Verantwortung

Altbundeskanzler Ludwig Erhard gründete 1967 die Stiftung und gab ihr die Aufgabe, freiheitliche Grundsätze in Politik und Wirtschaft zu fördern und die Soziale Marktwirtschaft in seinem Sinne zu stärken. Ziel ist eine freiheitliche Ordnung zur Sicherung menschenwürdiger Lebensformen.

Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie ist unabhängig von Parteien und Verbänden.

Warum Sigmar Gabriel nicht Ludwig Erhard ist

Ludwig Erhard gibt es ganz klein – als 2-Zentimeter-Figur für die Modelleisenbahn, Maßstab HO. Es gibt ihn ganz groß, als vergoldete Figur. Kaum ein deutscher Politiker ist so populär wie Ludwig Erhard, Begründer der stabilen D-Mark, Vater des Wirtschaftswunders, Erfinder der Sozialen Marktwirtschaft.
Die SPD will Ludwig Erhard zum geistigen Zwangsmitglied machen. und die WirtschaftsWoche macht ihn zum Drogen-Baron. Was wollte Erhard wirklich?
Die SPD will Ludwig Erhard zum geistigen Zwangsmitglied machen. und die WirtschaftsWoche macht ihn zum Drogen-Baron. Was wollte Erhard wirklich?

Er ist ein Mythos, der mit dem sagenhaften Aufstieg aus einem Land rauchender Trümmer zu nie geahntem Wohlstand verbunden ist. Weil er so populär ist, wird er vereinnahmt. Sich auf ihn zu berufen, hat den Rang einer Fast-Seligsprechung. Doch wer ist Ludwig Erhard wirklich?

Statt recherchiert, wird phantasiert

Die WirtschaftsWoche beispielsweise formuliert: “Als Ordoliberaler würde Ludwig Erhard die Legalisierung von Hanf befürworten.” Nun kann die WirtschaftsWoche gern dafür eintreten, dass Jugendliche Hanf, Heroin und Ecstasy möglichst noch per Schulspeisung erhalten – sie kann sich dabei nur nicht auf Erhard berufen. Erhard war ein Gegner von Drogen; eine bekiffte, vernebelte Menschheit war nicht das, wovon er träumte. Er trat vielmehr für Eigenverantwortung, Pflichtgefühl, soziales Bewusstsein ein. Für Drogenfreigabe ist er nicht zu zitieren – die Zeitschrift hat nicht recherchiert, sondern phantasiert. Hätte, müsste, könnte ist halt etwas anderes als Fakten. Deshalb bleibt die WirtschaftsWoche auch jeder Begründung fern. Es ist eine erfundene Zeile, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Aber Tote können sich nicht wehren.

Aber die WirtschaftsWoche ist nicht allein.

Erhard als Zwangsmitglied der SPD

“Die Erhard’sche Idee der Sozialen Marktwirtschaft ist im Wirtschaftsforum der SPD heute sicher eher zu Hause als im Wirtschaftsflügel der Union”, sagt der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und zwangsvereinnahmt seinen Vorgänger im Amt des Bundeswirtschaftsministers. “Unsere Wirtschaftspolitiker gerieren sich, anders als die der CDU, nicht als letzte Bastion des Marktradikalismus”, sagte Gabriel der “Welt am Sonntag”. Er fügte hinzu: “Der CDU-Wirtschaftsrat steht am Spielfeldrand, findet alles zu ökologisch, findet alles zu sozial – und wundert sich, warum er nicht mitspielen darf.” (Quelle: Welt.de)

Ludwig Erhard war kein Neoliberaler? Irrtum!

Schon seit einiger Zeit erwähnt Gabriel gelegentlich Erhard, manchmal lobend, meist aber eher distanziert. Als “der rote Erhard” hat ihn der “Spiegel” einmal tituliert. Was zeichnet ihn als einen Erhard-Nachfolger aus? Die Antwort lautet: “Nichts!” Mit einer gehörigen Portion Chuzpe versucht er, Erhards Motto “Wohlstand für alle” so hinzubiegen, dass es für ein sozialdemokratisch-etatistisches Programm Pate stehen soll. Gabriel behauptet, er habe das Buch “Wohlstand für Alle” gelesen, wogegen viele andere “nur den Klappentext” kennen würden. Dass Gabriel Erhard wirklich verstanden hat – diesen Eindruck hat man nicht, schreibt Philip Plickert, Redakteur im Ressort Wirtschaft bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in seiner Analyse der Gabriel’schen Ideen für die Ludwig-Erhard-Stiftung. In einer Rede, die Gabriel kürzlich im Rahmen seines Besuchs in Erhards Geburtshaus in Fürth hielt, fielen einige Halbwahrheiten und schräge Behauptungen auf, die er jetzt immer wiederholt. Im Folgenden wird Plickerts Analyse zitiert:

“Zu Recht sagte er, Erhards Politik habe nichts mit schrankenlosem Kapitalismus zu tun gehabt. Das stimmt. Erhard stand, beeinflusst von den Ordoliberalen, für eine Soziale Marktwirtschaft durch Leitplanken, etwa das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Marktbeherrschende Stellungen dürfen nicht zum Schaden der Konsumenten ausgenutzt werden, Monopole und Kartelle müsse der Staat verhindern.

Aber insgesamt war Erhard für eine freie Marktwirtschaft in einem Grade, bei dem Gabriel mit den Ohren schlackern würde. ‚Je freier die Wirtschaft ist, desto sozialer ist sie auch‘, sagte Erhard einmal. Fälschlicherweise behauptete Gabriel, Erhard sei kein Neoliberaler gewesen. Die Neoliberalen seien junge FDPler gewesen, die gegen die ‚damals noch ziemlich rechte alte FDP‘ aufbegehrten und das Freiburger Programm (von 1971) entworfen hätten, sagte Gabriel. Autsch! Woher hat Gabriel diesen Unsinn? Ein kurzer Blick ins Archiv oder ein Buch über Ideengeschichte hätte gezeigt, dass die ersten neoliberalen Ökonomen tatsächlich in den frühen 1930ern lebten und wirkten, vor allem die Freiburger um Walter Eucken, sowie der Soziologe und Ökonom Alexander Rüstow.

Gabriel stellt Kollektivismus vor Eigenverantwortung

Gabriels sozialdemokratische Umdeutung der Erhard’schen Politik geht so: Statt der Eigenverantwortung, die der Marktwirtschaftler Erhard betonte, hebt Gabriel die ‚gemeinsame Verantwortung‘ der Sozialpartner hervor. Dank der Flächentarifverträge hierzulande gebe es viel weniger Streiks und Konflikte als in Frankreich. Zu viele Streiks bezeichnete Gabriel als unnötige Wohlstandsvernichtung. Das stimmt wohl.

Doch mit der Tarifautonomie hat es Gabriel auch nicht so. Vehement verteidigte er, dass der Staat seit diesem Jahr einen gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn eingesetzt hat. Staatliche Mindestlöhne seien kein Fremdkörper in einer freiheitlichen Tarifordnung. Auch einige Ordoliberale hätten sie befürwortet. Zumindest in Erhards Buch ‚Wohlstand für Alle‘ findet sich davon nichts.

Einige Ordoliberale wie Walter Eucken hatten – als Folge der Verwerfungen während der Großen Depression – zwar geglaubt, eine Lohnuntergrenze könne helfen, weil am Arbeitsmarkt eine anomale Angebotsfunktion vorliege, die zu einem sich selbst verstärkenden Abrutschen der Löhne führe, wenn keine Bremse nach unten vorliege. So schrieb es Eucken während des Krieges in seinem Buch ‚Grundsätze der Wirtschaftspolitik‘, das postum erschien. Die Begründung: Bei sinkendem Lohn würden die Arbeiter ihr Arbeitsangebot erhöhen, um einen nötigen Mindestverdienst zu erreichen; dadurch könnte makroökonomisch das Lohnniveau immer tiefer rutschen. Aber schon kurz nach dem Krieg rückten die Ordoliberalen von dieser Sorge ab, schließlich gingen die Löhne stetig nach oben.

Der Gedanke, dass der Staat in die Lohnsetzung eingreifen und ein Mindestniveau festlegen solle, wäre ihnen fremd gewesen. Sie glaubten eher an Wirtschaftswachstum durch das Entfesseln der Marktkräfte – was dann auch steigende Löhne nach sich ziehen würde. Erhard warnte vor Eingriffen, die Beschäftigung vernichten könnten. Wenn die Nettolöhne zu gering zum Leben erscheinen, hätten seine ordoliberalen Berater eher für marktkonforme Maßnahmen, beispielsweise eine steuerliche Entlastung der Geringverdiener oder für Einkommenszuschüsse, plädiert. Diese würden den Marktmechanismus im unteren Lohnbereich nicht so (zer-)stören wie die starre Lohnuntergrenze.

Erhard kannte ökonomische Zusammenhänge

Reichlich arrogant klang es bei Gabriel, der sagte, wenn Betriebe weniger als den Mindestlohn zu zahlen imstande seien, ‚dann haben sie kein Geschäftsmodell‘. Tatsächlich? In den neuen Ländern ist gut jeder vierte Beschäftigte in Unternehmen tätig, die bislang weniger als den nun geltenden Mindestlohn zahlen wollten oder konnten. Meint der Wirtschaftsminister, dass alle diese Unternehmen ‚kein Geschäftsmodell‘ beziehungsweise keine Existenzberechtigung hätten und daher besser schließen sollten?

Für Erhard waren die Schlüsselworte seiner Wirtschaftsordnung freier Wettbewerb und freie Preise; Wohlstandszuwächse kommen durch Produktivitätsfortschritte, welche günstigere Preise für Konsumenten und damit höhere Reallöhne bewirken. Löhne oberhalb der Produktivität vernichteten Arbeitsplätze, warnte Erhard. Die Gewerkschaften forderte er zum Maßhalten auf. Diese ‚Maßhalte-Appelle‘ hat Gabriel erst kürzlich in einem Interview kritisiert. Mit seinem ‚Maßhalte-Appell‘ habe Erhard ‚die Krise‘ (1967) noch verschärft. Tatsächlich gab es damals eine winzige Mini-Rezession. Es ist durch nichts erwiesen, dass diese durch zu geringe Lohnabschlüsse verursacht oder verschärft worden sei.

Gabriels “Gleichberechtigung” ist Gleichmacherei

Die Chancen, die Erhard in einer offenen Wettbewerbsgesellschaft gesehen hatte, will Gabriel zu Chancen einer staatlich abgesicherten ‚offenen Einwanderungsgesellschaft‘ umdeuten. Erhard erklärte er in seiner Fürther Rede zum ‚Vater der Einwanderung nach Westdeutschland‘, weil er die ersten Anwerbeabkommen für Gastarbeiter unterzeichnete. Toleranz und ‚offene Gesellschaft‘ nannte Gabriel als aktuelle Ziele. Zugleich warb er für ‚Gleichberechtigung‘. Tatsächlich versucht die Politik eine Gleichmacherei zwischen den Geschlechtern und schränkt durch Frauenquoten im Management die unternehmerische Freiheit ein.

Als das Ziel der Globalisierung nannte Gabriel ‚Gerechtigkeit für alle‘ – so zitiert er einen Bischof. Das ist reichlich ambitioniert. Gabriel meinte wohl mehr Verteilungsgerechtigkeit. Die Bürger der SPD-regierten Stadt Fürth klatschen am Ende der Rede recht angetan. Zum Schluss bekam Gabriel Geschenke: eine Erhard-Glasbüste und eine Zigarre aus jenem Tabakgeschäft, in dem Erhard einst Stammkunde war. ‚Vielleicht werde ich die gleich heute Abend rauchen‘, sagte Gabriel. Und vielleicht sollte er dann noch mal das Buch ‚Wohlstand für Alle‘ zur Hand nehmen und nachlesen, wie Erhard die Sache mit dem ‚Wirtschaftswunder‘ damals wirklich erklärt hat.” Soweit Philip Plickert in seiner Analyse.

Warum wir die Debatte brauchen

Die Debatte aber ist hilfreich, auch wenn sie von Gabriel falsch geführt wird und die Wirtschaftswoche ihn gern fürs Kiffen vereinnahmen würde. Sie kann Anlass sein, Erhards Denken wieder freizulegen. Und siehe: Er wäre nicht amüsiert gewesen über Sigmar Gabriels Gerede. Erhard war ein entschiedener Marktwirtschaftler, Anhänger der Freiheit, Gegner von Schulden, Freund einer soliden Währung. Er ist anspruchsvoller, als jeder Sozialdemokrat es sich je hat vorstellen können: Geld verteilen war ihm zu einfach. Die Wirtschaft so organisieren, dass jeder, der sich anstrengt, ein gutes Auskommen und wachsendes Einkommen erwerben kann, in Freiheit und Selbstverantwortung: Das war sein Ziel. Gabriel und anderen fällt nur eine einfache Lösung ein: Umverteilen – Geld raushauen, das dann woanders fehlt und das eigentliche Ziel zerstört.

Erhards Büste steht übrigens im Bundeswirtschaftsministerium, eine Leihgabe. Seine geliehenen Wörter werden wohl auch deshalb gern verfälscht.

“Freiheit! Ein schönes Wort, wer`s recht verstände”

Jürgen Jeske, langjähriges Mitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung, hat 1994 den Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik erhalten. Anlässlich seines 80. Geburtstags am heutigen Tage veröffentlichen wir die Rede, die er bei der Preisverleihung am 5. September 1994 im Hotel Königshof in Bonn gehalten hat.

Der Ludwig-Erhard-Preis, mit dem Sie mich auszeichnen, gilt einem Lebenswerk. (…) Ich frage mich aber zugleich, ob mit dem Lebenswerk nicht letztlich auch der Lebensweg gemeint ist. Wenn ich zurückblicke, empfinde ich das so. Vor vierzig Jahren reifte bei mir ein Entschluss, den ich ein Jahr später in die Tat umsetzte. Ich verließ nach Abitur und Schneiderlehre allein die DDR. Es war nicht die dramatische Flucht eines politisch Verfolgten, es war die Entscheidung, frei sein zu wollen von politischer und persönlicher Gängelung. Es war eine Entscheidung für das, was Ludwig Erhard die traditionellen menschlichen Grundfreiheiten genannt hat: die Freiheit der Berufswahl, die Freiheit des Arbeitsplatzes, die Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung und nicht zuletzt auch die Konsumfreiheit. Einen solchen Entschluss haben Hunderttausende vor mir und Hunderttausende nach mir gefasst. Für alle war es eine Abstimmung mit den Füßen. Diese Abstimmung hat, wie wir wissen, 1961 zur Errichtung der Mauer geführt, aber dann 1989 mit dazu beigetragen, eben diese Mauer wieder zu beseitigen. weiterlesen

Die Öffentlichkeitsarbeit von Ludwig Erhard

Rudolf Stilcken, Mitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung, der am 15. Februar 2015 seinen 90. Geburtstag in alter Frische im Kreise seiner Familie und seiner politischen Weggefährten in Hamburg feierte, war, wie man heute sagen würde, der PR-Berater von Ludwig Erhard von 1952 an, mehr noch, er war der Gestalter, Inhaltsgeber, Ideenspender der Öffentlichkeitsarbeit, die unter dem Namen “Die WAAGE” die Soziale Marktwirtschaft verkündigte, erklärte, popularisierte durch Anzeigen, Plakate, Broschüren oder Direktmails im Rahmen seiner Tätigkeit für Hanns W. Brose, einem alten Bekannten von Ludwig Erhard aus den dreißiger Jahren.

Ludwig Erhard hatte ein besonderes Gespür für die psychologische Komponente der Wirtschaftspolitik, den Umgang mit öffentlichen Stimmungen, das Werben um Vertrauen in seine Kompetenz, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit. Sein Spruch “Wirtschaftspolitik ist zur Hälfte Psychologie” wurde berühmt. All dies in die Tat umzusetzen, publikumswirksam und verständlich, war das Werk von Rudolf Stilcken. Dass dies nach heutigem Sprachgebrauch “nachhaltig” war, beweist die Fortdauer des Begriffs Soziale Marktwirtschaft ebenso wie die fortdauernde Aktualität Ludwig Erhards, “was würde Ludwig Erhard dazu sagen”, in vielen Publikationen. weiterlesen

Ein unmissverständliches marktwirtschaftliches Manifest: Erhards Buch "Wohlstand für alle"

Sigmar Gabriel missbraucht Ludwig Erhard

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat anlässlich eines Besuchs in Ludwig Erhards Geburtsstadt Fürth eine Rede gehalten. Seine Ausführungen lassen auf krasse Fehldeutungen von Erhards Konzept der Sozialen Marktwirtschaft schließen.

Tote können sich nicht wehren gegen missbräuchliche Vereinnahmung und Fehldeutung. Wenn Ludwig Erhard es könnte, würde er sicher häufiger aus seinem Grab steigen und Politikern kräftig auf den Fuß treten, die den Sinn der Sozialen Marktwirtschaft verdrehen und das Etikett missbrauchen. Sogar die Alt-Kommunistin Sahra Wagenknecht schlachtet Erhards Bücher aus und beruft sich auf ihn. Viele andere – von der CDU bis zu den Grünen – führen ihn im Munde. Doch hat ihre Politik wenig bis gar nichts mit Erhards strikt marktwirtschaftlichem Kurs zu tun.

In die Reihe der Pseudo-Erhards stellt sich nun auch Sigmar Gabriel. Bei einem Besuch in Erhards Geburtsstadt Fürth am 13. Februar 2015 versuchte er, sich in die Nachfolge zu stellen. Aber was hat der SPD-Chef und aktuelle Bundeswirtschaftsminister mit dem „Vater des Wirtschaftswunders“ gemeinsam – außer der fülligen Figur und dem Ministeramt? Was sind die drei großen „Reformen“, die Gabriel in der großen Koalition durchgedrückt hat? Staatlich festgelegter Mindestlohn, Rente mit 63 und die fortgesetzten, nur marginal korrigierten gigantischen Ökostrom-Subventionen. Das alles hätte dem marktwirtschaftlichen Ökonomen Erhard wohl kaum gefallen. weiterlesen

Der Euro wird zur Weichwährung.

Die Kapitulation der Ordnungspolitik

Die Europäische Zentralbank hat am 22. Januar 2015 eine für die europäische Geldpolitik schicksalhafte Entscheidung getroffen. Mit ihrem gigantischen Programm des „Quantitative Easing“ (QE) verabschiedet sie sich endgültig vom geldpolitischen Wertekanon, für den über Jahrzehnte die Deutsche Bundesbank stand.

Mit dem angekündigten Kauf von Staatsanleihen – für insgesamt 1.140 Milliarden Euro – monetisiert die Europäische Zentralbank (EZB) künftig wie selbstverständlich Staatsschulden über die Notenbankpresse. Das hat mit ihrem Mandat nichts zu tun. Die Zentralbank treibt Aktien- und Immobilienmärkte in Höhen, die nichts mit werthaltigen Fundamentaldaten zu tun haben, sondern vor allem auf einer durch grenzenlose Notenbankliquidität hervorgerufenen Spekulation beruhen. Sie refinanziert Banken, die sich mit Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten vollgepumpt haben und kauft ihnen diese Risiken jetzt ab. Damit hält sie Banken mit QE-Subventionen am Markt, die längst zahlungsunfähig wären, und verhindert so Strukturanpassungen in der (süd-)europäischen Bankenlandschaft – mit allen Langfristrisiken. weiterlesen

alle anzeigen