LUDWIG-ERHARD-STIFTUNG E.V.

Für Freiheit und Verantwortung

Altbundeskanzler Ludwig Erhard gründete 1967 die Stiftung und gab ihr die Aufgabe, freiheitliche Grundsätze in Politik und Wirtschaft zu fördern und die Soziale Marktwirtschaft in seinem Sinne zu stärken. Ziel ist eine freiheitliche Ordnung zur Sicherung menschenwürdiger Lebensformen.

Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie ist unabhängig von Parteien und Verbänden.

Die Öffentlichkeitsarbeit von Ludwig Erhard

Rudolf Stilcken, Mitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung, der am 15. Februar 2015 seinen 90. Geburtstag in alter Frische im Kreise seiner Familie und seiner politischen Weggefährten in Hamburg feierte, war, wie man heute sagen würde, der PR-Berater von Ludwig Erhard von 1952 an, mehr noch, er war der Gestalter, Inhaltsgeber, Ideenspender der Öffentlichkeitsarbeit, die unter dem Namen “Die WAAGE” die Soziale Marktwirtschaft verkündigte, erklärte, popularisierte durch Anzeigen, Plakate, Broschüren oder Direktmails im Rahmen seiner Tätigkeit für Hanns W. Brose, einem alten Bekannten von Ludwig Erhard aus den dreißiger Jahren.

Ludwig Erhard hatte ein besonderes Gespür für die psychologische Komponente der Wirtschaftspolitik, den Umgang mit öffentlichen Stimmungen, das Werben um Vertrauen in seine Kompetenz, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit. Sein Spruch “Wirtschaftspolitik ist zur Hälfte Psychologie” wurde berühmt. All dies in die Tat umzusetzen, publikumswirksam und verständlich, war das Werk von Rudolf Stilcken. Dass dies nach heutigem Sprachgebrauch “nachhaltig” war, beweist die Fortdauer des Begriffs Soziale Marktwirtschaft ebenso wie die fortdauernde Aktualität Ludwig Erhards, “was würde Ludwig Erhard dazu sagen”, in vielen Publikationen.

“Die WAAGE. Gemeinschaft zur Förderung des sozialen Ausgleichs e.V.” wurde 1952 von den Unternehmern Alphons Horten (BKU), Franz Greiss (Präsident der IHK Köln) und Fritz Jacobi (Vorstand der Bayer AG Leverkusen) gegründet zur publizistischen Förderung des Konzepts von Ludwig Erhard, der Sozialen Marktwirtschaft. Konzeptionell betreut von der Agentur Hanns W. Brose, durchgeführt von Rudolf Stilcken, laufend bewertet vom Institut für Demoskopie Allensbach, Frau Elisabeth Noelle-Neumann, immer durch private Spenden finanziert, wurde durch großformatige Anzeigen, drei davon hier beispielhaft gezeigt, eine Marke geschaffen, deren textliche Inhalte von Ludwig Erhard stammten, später auch als besonderes Markenzeichen mit der Unterschrift von Ludwig Erhard. “Nur echt mit der Unterschrift des Erfinders Erhard!” In den Bundestagswahlen 1953, 1957, 1961 haben laut Allensbach diese Kampagnen deutlich zum Ergebnis beigetragen und zunehmend Ludwig Erhard zur zentralen Figur gemacht.

Rudolf Stilcken, in seiner weiteren Karriere, blieb weiterhin in Kontakt mit Ludwig Erhard, bis zum letzten Frühstück an dessen 80. Geburtstag. Auch ich, der Autor dieser Laudatio, habe von der stupenden Kreativität von Rudolf Stilcken profitiert. Ohne seine gestalterische und publizistische Begleitung wäre der 1963 gegründete Wirtschaftsrat der CDU nicht so schnell zu seiner damaligen politischen Wirkmächtigkeit gelangt.

Für all dies sei Rudolf Stilcken zu seinem 90. Geburtstag Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Dr. Herbert B. Schmidt ist Mitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung.

Ein unmissverständliches marktwirtschaftliches Manifest: Erhards Buch "Wohlstand für alle"

Sigmar Gabriel missbraucht Ludwig Erhard

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat anlässlich eines Besuchs in Ludwig Erhards Geburtsstadt Fürth eine Rede gehalten. Seine Ausführungen lassen auf krasse Fehldeutungen von Erhards Konzept der Sozialen Marktwirtschaft schließen.

Tote können sich nicht wehren gegen missbräuchliche Vereinnahmung und Fehldeutung. Wenn Ludwig Erhard es könnte, würde er sicher häufiger aus seinem Grab steigen und Politikern kräftig auf den Fuß treten, die den Sinn der Sozialen Marktwirtschaft verdrehen und das Etikett missbrauchen. Sogar die Alt-Kommunistin Sahra Wagenknecht schlachtet Erhards Bücher aus und beruft sich auf ihn. Viele andere – von der CDU bis zu den Grünen – führen ihn im Munde. Doch hat ihre Politik wenig bis gar nichts mit Erhards strikt marktwirtschaftlichem Kurs zu tun.

In die Reihe der Pseudo-Erhards stellt sich nun auch Sigmar Gabriel. Bei einem Besuch in Erhards Geburtsstadt Fürth am 13. Februar 2015 versuchte er, sich in die Nachfolge zu stellen. Aber was hat der SPD-Chef und aktuelle Bundeswirtschaftsminister mit dem „Vater des Wirtschaftswunders“ gemeinsam – außer der fülligen Figur und dem Ministeramt? Was sind die drei großen „Reformen“, die Gabriel in der großen Koalition durchgedrückt hat? Staatlich festgelegter Mindestlohn, Rente mit 63 und die fortgesetzten, nur marginal korrigierten gigantischen Ökostrom-Subventionen. Das alles hätte dem marktwirtschaftlichen Ökonomen Erhard wohl kaum gefallen. weiterlesen

Der Euro wird zur Weichwährung.

Die Kapitulation der Ordnungspolitik

Die Europäische Zentralbank hat am 22. Januar 2015 eine für die europäische Geldpolitik schicksalhafte Entscheidung getroffen. Mit ihrem gigantischen Programm des „Quantitative Easing“ (QE) verabschiedet sie sich endgültig vom geldpolitischen Wertekanon, für den über Jahrzehnte die Deutsche Bundesbank stand.

Mit dem angekündigten Kauf von Staatsanleihen – für insgesamt 1.140 Milliarden Euro – monetisiert die Europäische Zentralbank (EZB) künftig wie selbstverständlich Staatsschulden über die Notenbankpresse. Das hat mit ihrem Mandat nichts zu tun. Die Zentralbank treibt Aktien- und Immobilienmärkte in Höhen, die nichts mit werthaltigen Fundamentaldaten zu tun haben, sondern vor allem auf einer durch grenzenlose Notenbankliquidität hervorgerufenen Spekulation beruhen. Sie refinanziert Banken, die sich mit Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten vollgepumpt haben und kauft ihnen diese Risiken jetzt ab. Damit hält sie Banken mit QE-Subventionen am Markt, die längst zahlungsunfähig wären, und verhindert so Strukturanpassungen in der (süd-)europäischen Bankenlandschaft – mit allen Langfristrisiken. weiterlesen

Der Mindestlohn macht den Einsatz von Stechuhren wieder notwendig: Kontrolle statt Vertrauensarbeitszeit

Mindestlohngesetz: Staatlicher Kontrollwahn

Seit 1. Januar 2015 gilt das Mindestlohngesetz. Hierbei geht es nicht nur um mehr Geld für betroffene Arbeitnehmer, hierbei geht es um mehr: Es ist ein neues Gesetz zur Überwachung von Menschen und Wirtschaft – ein bürokratisches Monster.

Das Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – kurz: Mindestlohngesetz (MiLoG) – drückt die Grundhaltung der Großen Koalition gegenüber der Wirtschaft aus: Jeder Arbeitgeber wird als potenzieller Verbrecher gesehen, und die Kontrolle darüber soll jetzt allumfassend und fast flächendeckend durch die Zollbehörden ausgeübt werden. Dafür wurde die “Haftung des Auftraggebers” eingeführt. Das heißt: Unternehmen sind unter Umständen für ihre Subunternehmer und damit für ihre Lieferanten, Partnerunternehmen und deren Subunternehmen verantwortlich. Die Lohnfindung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, mit Tarifverträgen und dem Zusammenwirken der Tarifparteien – wesentliches Merkmal der Sozialen Marktwirtschaft, die Deutschland seit den Zeiten Ludwig Erhards erfolgreich gemacht hat – wird beendet. Schon jetzt zeigt sich zudem: Viele Regelungen sind unklar und umstritten – und sowohl für Unternehmer als auch für private Haushalte wegen der drohenden Strafen von bis zu 500.000 Euro hochriskant. weiterlesen

Ludwig Erhard kämpfte unermüdlich für sein Konzept der Sozialen Marktwirtschaft.

Marktwirtschaft braucht eine Stimme

Noch geht es der Bundesrepublik wirtschaftlich sehr gut im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten. Was soll also die Nörgelei, sagen daher viele. Doch mit der Fortsetzung des jetzigen Kurses werden die Fundamente der deutschen Wirtschaft weiter unterspült. Ein Plädoyer für mehr ökonomische Vernunft.

Es war ein unternehmerisches Wagnis und eine publizistische Herausforderung, als vor fünfundsechzig Jahren, am 1. November 1949, zum ersten Mal die Frankfurter Allgemeine – Zeitung für Deutschland erschien. In Westdeutschland war der Wiederaufbau nach dem Krieg in vollem Gang, doch noch herrschten hohe Arbeitslosigkeit, Armut und Wohnungsnot. Wenige Monate zuvor war die Bundesrepublik gegründet und die bis dahin für Zeitungen geltende Lizenzpflicht der alliierten Besatzungsmächte aufgehoben worden. Eine Flut von Neu- oder Wiedergründungen war die Folge, zusätzlich zu den schon in fast allen größeren Städten entstandenen Lizenzzeitungen. Außerdem gab es zwei überregionale Zeitungen der Besatzungsmächte: das vorzüglich gemachte amerikanische Blatt “Die Neue Zeitung” mit zweieinhalb Millionen Auflage und die von den Briten in ihrer Zone ins Leben gerufene Zeitung “Die Welt” mit einer Million Auflage. weiterlesen

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